Mit Jagdhorn, Neugier und Naturverbundenheit – die Kinderbläsergruppe des Hegering Wittmund

Seit Anfang dieses Jahres gibt es im Hegering Wittmund eine besondere Kindergruppe. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Erlernen des Jagdhornblasens. Als Anerkennung für das regelmäßige Üben erwartet die Kinder einmal im Monat eine besondere Aktion, bei der sie die heimische Natur, Wildtiere und die vielfältigen Aufgaben der Jägerinnen und Jäger kennenlernen.

Geleitet wird die Gruppe von Nerina Sander und Harro Hinrichs, die sich ehrenamtlich im Hegering Wittmund engagieren. Mit Geduld und Begeisterung vermitteln sie den Kindern die Freude am Jagdhornblasen.

Die monatlichen „Belohnungsaktionen“ ergänzen die musikalische Arbeit und geben zugleich authentische Einblicke in den Natur- und Artenschutz, die Pflege von Lebensräumen und die Wildtierrettung.

Gestartet ist die Gruppe mit 16 Kindern. Bei der ersten Monatsaktion bauten und gestalteten sie gemeinsam Schilder. Mit Akkuschrauber und Buntstiften waren alle begeistert bei der Sache. Dabei beschäftigten sie sich mit der Brut- und Setzzeit, erfuhren, warum diese Phase für Wildtiere besonders sensibel ist, und lernten verschiedene Lebensräume kennen.

Die zweite Belohnungsaktion führte zur Wasserwildbeobachtung und in ein Damwildgatter. Die Kinder lernten verschiedene Entenarten kennen, sprachen über regionale Herausforderungen durch wachsende Gänsebestände sowie über invasive Arten und erfuhren mehr über Herkunft und Besonderheiten des Damwildes.
Beim anschließenden Grillen bauten die Kinder Nistkästen, die später in ihren eigenen „Revieren“ verteilt wurden. So konnten sie unmittelbar erleben, wie praktische Lebensraumpflege funktioniert.
Seit dieser zweiten Aktion besteht die Gruppe aus zwölf Kindern, die – bis auf wenige Ausnahmen – regelmäßig an den Übungsstunden und den monatlichen Aktionen teilnehmen.

Ein besonderes Highlight war der Ausflug nach Norddeich. Mit einem gemieteten Bulli ging es zur Seehundstation. Dort blickten die Kinder hinter die Kulissen, beobachteten Heuler und erfuhren, wie die Tiere gefüttert und versorgt werden. Außerdem lernten sie, warum junge Seehunde aufgenommen werden und wie man sich richtig verhält, wenn man einen vermeintlich hilflosen Heuler entdeckt.

Bei der nächsten Monatsaktion stand die Kitzrettung im Mittelpunkt. Die Kinder erfuhren, warum Kitze während der Mahd gefährdet sind, wie eine Drohne bei der Suche hilft und welche Aufgaben Jägerinnen und Jäger bei der Rettung übernehmen.
Mit Walkie-Talkies übten sie anschließend die Kommunikation und die Routenführung zu einem möglichen Fundort. Zudem wurde besprochen, wie man sich beim Fund eines scheinbar verwaisten Kitzes oder jungen Hasen richtig verhält, denn ein allein liegendes Jungtier ist nicht automatisch verlassen. Eine Wasserschlacht mit Wasserpistolen bildete den fröhlichen Abschluss dieser Belohnungsaktion.

Bei der fünften Monatsaktion pflanzten die Kinder gemeinsam Obstbäume und schufen damit langfristig wertvolle Lebensräume für die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Für das leibliche Wohl stellte die Landschlachterei Köster aus Großefehn großzügig Bratwürste zur Verfügung. Dafür bedankt sich der Hegering Wittmund herzlich.

Die Verbindung aus regelmäßigen Jagdhornübungen und einer besonderen Aktion pro Monat gelingt nur durch gemeinsames Engagement. Ein herzlicher Dank gilt deshalb den umliegenden und unterstützenden Revieren im Hegering Wittmund, die ihr Wissen, ihre Erfahrung und praktische Hilfe einbringen. Besonders genannt seien Gerd Sander, Revier Burhafe mit dem Damwildgehege, Carsten Oetken aus dem Revier Blersum für die Schilderaktion, Benno Juilfs aus dem Revier Asel für die Obstbaumpflanzaktion sowie die Rehkitzrettung Ardorf im Revier Ardorf.

Ein ganz besonderer Dank gilt Nerina Sander und Harro Hinrichs. Sie bereiten die Übungsstunden vor, organisieren die monatlichen Belohnungsaktionen und betreuen die Kinder mit großem persönlichen Einsatz. So schaffen sie ein abwechslungsreiches Angebot, bei dem musikalisches Lernen und gemeinsames Naturerleben sinnvoll miteinander verbunden sind.
Im Zentrum der Kindergruppe bleibt das Jagdhornblasen. Die Kinder üben gemeinsam, entwickeln ihre musikalischen Fähigkeiten und erleben, dass Ausdauer und regelmäßige Teilnahme belohnt werden. Die einmal im Monat stattfindenden Aktionen sind daher ein besonderer Höhepunkt: Sie würdigen den Einsatz beim Üben und machen zugleich Natur- und Artenschutz praktisch erfahrbar.
Ob beim Bau von Nistkästen, bei der Kitzrettung, beim Pflanzen von Obstbäumen oder beim Besuch der Seehundstation – jede Monatsaktion eröffnet einen neuen Blick auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Dabei kommen Gemeinschaft und Spaß nicht zu kurz.
So verbindet die Kinderbläsergruppe musikalische Tradition mit Naturverbundenheit und Verantwortungsbewusstsein. Die Kinder lernen: Wer aufmerksam beobachtet, Fragen stellt und selbst mit anpackt, versteht den Wert unserer Natur – und kann dazu beitragen, sie zu schützen.

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